Winterportulak, auch bekannt als Postelein, Tellerkraut oder Kubaspinat, erlebt seit einigen Jahren ein verdientes Comeback. Das robuste Wintergemüse wächst selbst bei niedrigen Temperaturen und versorgt uns genau dann mit frischem Grün, wenn andere Gemüsesorten pausieren. Mit seinem mild‑nussigen Geschmack, den wertvollen Nährstoffen und der vielseitigen Verwendung in der Küche ist Winterportulak ein echter Geheimtipp für die gesunde Küche.

Winterportulak (Claytonia perfoliata) ist ein einjähriges, winterhartes Blattgemüse, das ursprünglich aus Nordamerika stammt. Typisch sind seine saftigen, runden Blätter, die rosetten‑ oder tellerförmig wachsen. Im Gegensatz zu vielen anderen Blattgemüsen ist Winterportulak frostresistent, pflegeleicht und kann lange im Frühjahr geerntet werden.

Die Aussaat von Winterportulak erfolgt idealerweise im September oder Oktober, ist aber auch bis Februar möglich. Die Samen benötigen Temperaturen unter zwölf Grad, um später keimen zu können. 

Wird der Winterportulak im Freiland ausgesät, erfolgt die Ernte meist erst im Frühjahr, da die Pflanze bei Temperaturen unter vier Grad ihr Wachstum einstellt. Bei starken Frösten empfiehlt es sich, die einjährige Pflanze vorsorglich mit einem Vlies zu schützen.

Winterportulak gilt als eines der nährstoffreichsten Wintergemüse. Er ist an Magnesium & Kalium reich, die Muskeln, Nerven und den Flüssigkeitshaushalt unterstützen, Kalzium – trägt zur Knochengesundheit bei und Omega‑3‑Fettsäuren, sie können entzündungshemmend wirken. 

Besonders hervorzuheben sind Vitamin C – unterstützt das Immunsystem, besonders wichtig in der kalten Jahreszeit und Eisen, der für die Blutbildung wichtig ist.

Eisen in Kombination mit Vitamin C wird vom Körper besonders gut aufgenommen.

Winterportulak ist zudem sehr kalorienarm und ideal für eine leichte, ausgewogene Ernährung. Ein weiterer Vorteil: Er ist nitratarmer als viele andere Winter‑Blattgemüse und daher besonders gut bekömmlich.

Kulinarisch ist Winterportulak ein echtes Multitalent. Blätter, Stiele und sogar die kleinen Blüten sind essbar und lassen sich roh oder gegart verwenden. Roh schmeckt Winterportulak besonders frisch und knackig. Er eignet sich ideal für Salate (pur oder gemischt mit Feldsalat, Chicorée oder Rucola), Bowls und Wraps, Sandwiches und Brote oder als frisches Topping kurz vor dem Servieren.

Tipp: Nach dem Waschen gut trocknen und das Dressing erst kurz vor dem Essen unterheben.

Auch gegart überzeugt Winterportulak mit zarter Textur und mildem Geschmack in Pfannen‑ und Wokgerichten (erst am Ende unterheben), in Suppen und Eintöpfen, in Quiches, Aufläufen oder Strudeln, als Beilage zu Kartoffeln, Reis oder Pasta. 

Kurzes Dünsten oder Blanchieren reicht völlig aus – so bleiben Farbe, Vitamine und Biss erhalten. Winterportulak harmoniert besonders gut mit Zitronensaft oder mildem Essig, Oliven‑ oder Nussöl, Nüssen und Kernen, Eiern, Hülsenfrüchten oder mildem Käse.

Winterportulak ist ein unterschätztes Superfood aus regionalem Anbau. Nährstoffreich, kalorienarm und vielseitig. Wer saisonal, gesund und nachhaltig kochen möchte, sollte Winterportulak unbedingt ausprobieren.