Für viele Gartenbesitzer ist er ein Albtraum, für Wildkräuterfans ein wahrer Schatz: der Giersch (Aegopodium podagraria). Was oft bekämpft wird, entpuppt sich in der Küche als überraschend vielseitiges und nährstoffreiches Wildgemüse.
Giersch ist besonders reich an Vitamin C und Provitamin A, außerdem liefert er Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Bemerkenswert ist auch sein hoher Gehalt an pflanzlichem Eiweiß – für ein Wildkraut eher ungewöhnlich. Diese Kombination machte ihn früher zu einer wichtigen Frühlingsnahrung, besonders nach den vitaminarmen Wintermonaten. Geschmacklich erinnert er frisch an eine Mischung aus Petersilie und Karotte, gegart eher an milden Spinat.
In der Küche zeigt sich Giersch erstaunlich wandelbar. Junge, zarte Blätter eignen sich hervorragend roh für Salate, Smoothies oder als Kräuterzugabe in Aufstrichen und Pesto. Ältere Blätter lassen sich wie Spinat blanchieren oder dünsten und passen gut in Suppen, Quiches, Füllungen oder zu Pasta. Auch die Blüten sind essbar und machen sich dekorativ in Salaten oder Kräuterbutter. Wichtig ist, möglichst junge Triebe zu verwenden – sie sind milder und weniger faserig.
Achtung vor den Doppelgängern
Beim Sammeln ist jedoch Vorsicht geboten: Giersch gehört zur Familie der Doldenblütler, zu der auch giftige Pflanzen zählen. Besonders gefährlich sind Verwechslungen mit Geflecktem Schierling oder Hundspetersilie. Typisch für Giersch sind die dreigeteilten Blätter, der dreikantige Stiel und der petersilienartige Geruch beim Zerreiben.
Richtig erkannt und kreativ genutzt, wird aus dem vermeintlichen Gartenproblem ein kostenloses, regionales Superfood direkt vor der Haustür.

