Cime di Rapa, auch bekannt als Stängelkohl oder Rübstiel ist ein typisches Gemüse der süditalienischen Küche. Besonders in Apulia schätzt man es als festen Bestandteil traditioneller Gerichte wie Orecchiette mit Cime di Rapa. Verwendet werden sowohl die zarten Blätter als auch die kleinen, brokkoliähnlichen Blütenknospen. Geschmacklich zeichnet sich das Gemüse durch eine leicht bittere, würzige Note aus.

Sie überzeugt nicht nur kulinarisch, sondern auch durch seine wertvollen Inhaltsstoffe. Das Gemüse ist reich an Vitamin C, das das Immunsystem stärkt, sowie an Vitamin A und Beta-Carotin, die wichtig für Haut und Augen sind. Zusätzlich enthält es Vitamin K, das eine Rolle für die Blutgerinnung spielt, sowie Folsäure. Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Kalium unterstützen Knochen, Blutbildung und Herzfunktion. Dank seines hohen Gehalts an Ballaststoffen fördert Cime di Rapa die Verdauung und sorgt für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Darüber hinaus liefern die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe antioxidative Eigenschaften und können entzündungshemmend wirken.

Es gibt verschiedene Sorten, die sich vor allem in Reifezeit und Größe der Knospen unterscheiden. In Italien unterscheidet man häufig nach Erntezeitpunkten wie „Novantina“ (früh), „Sessantina“ oder spätere Varianten mit größeren, kräftigeren Trieben. Diese Vielfalt ermöglicht eine lange Saison vom Herbst bis ins Frühjahr.

Cime di Rapa sind in Italien weit verbreitet, und je nach Region tragen sie unterschiedliche Namen – oft spiegeln diese die lokale Sprache oder kulinarische Tradition wider.

In der Standardsprache nennt man sie „Cime di Rapa“, was so viel bedeutet wie „Rübenspitzen“. Besonders in Apulia, ihrer kulinarischen Heimat, hört man jedoch häufig einfach „Cime“ oder auch „Cime di rapa pugliesi“.

In anderen Regionen Italiens gibt es weitere Bezeichnungen. In Kampanien, rund um Neapel, spricht man oft von „Friarielli“. Dieser Name ist besonders bekannt durch Gerichte wie Wurst mit Friarielli. 

In Latium, insbesondere um Rom, wird gelegentlich der Begriff „Broccoletti“ verwendet. Dieser kann allerdings auch für verwandte Gemüsesorten stehen, was gelegentlich zu Verwirrung führt.

Im Norden Italiens sind sie weniger verbreitet, weshalb dort meist die Standardbezeichnung verwendet wird, wenn sie überhaupt angeboten werden.

Diese unterschiedlichen Namen zeigen, wie tief das Gemüse in den regionalen Küchen verwurzelt ist. Trotz der verschiedenen Bezeichnungen handelt es sich botanisch immer um dieselbe Pflanze – Brassica rapa – deren zarte Blätter und Knospen je nach Region auf ganz eigene Weise zubereitet werden.

Ob kurz blanchiert, in der Pfanne sautiert oder als Bestandteil klassischer Pasta-Gerichte – Cime di Rapa bringt eine angenehm herbe Frische auf den Teller und bereichert eine ausgewogene, gesunde Ernährung.

Wer dieses besondere Gemüse noch nie probiert hat und Lust auf neue kulinarische Entdeckungen verspürt, wird vor allem in den Wintermonaten in gut sortierten Supermärkten fündig.

Broccoletti mit Reis